Der Immobilienmarkt in der Türkei erfreut sich seit Jahren wachsender Beliebtheit. Neben klassischen Einzelkäufen gewinnen alternative Modelle wie das Shared Ownership (gemeinschaftliches Eigentum) zunehmend an Bedeutung. Dieses Konzept ermöglicht es mehreren Käufern, gemeinsam Eigentum zu erwerben und die Vorteile einer Immobilie zu teilen.
Shared Ownership beschreibt das gemeinsame Eigentum von bis zu fünf Personen an einer Immobilie. Jeder Miteigentümer erwirbt dabei einen definierten Anteil. Häufig wird dieses Modell zwischen Familienmitgliedern oder Freunden genutzt, um die finanziellen Lasten zu teilen. In bestimmten Fällen behält auch die Baufirma einen Anteil.
Jeder Eigentümer erhält einen Vertrag, der seine Rechte und Pflichten festlegt. In diesem wird geregelt, wann und wie die Immobilie genutzt werden darf, wie hoch die finanziellen Beiträge sind und wie die Kosten verteilt werden.
Die Vertragsgestaltung ist ein zentraler Bestandteil des Shared Ownership. Hierbei werden folgende Punkte klar definiert:
Nutzungszeiten und -zeiträume
Aufteilung der laufenden Kosten wie Strom, Wasser, Wartung
Regelungen für die Vermietung der Immobilie
Vorgehen bei Verkauf des eigenen Anteils
So wird verhindert, dass es später zu Konflikten unter den Eigentümern kommt.
Finanzielle Entlastung: Durch die Aufteilung der Kaufkosten wird der Erwerb einer Immobilie in der Türkei deutlich erschwinglicher.
Geteilte Nebenkosten: Reparaturen, Steuern oder Wartungsgebühren werden auf mehrere Parteien verteilt.
Flexibilität: Jeder Eigentümer kann seinen Anteil später vergrößern, verkaufen oder an Erben übertragen.
Aufenthaltsrecht: Jeder Miteigentümer kann eine Aufenthaltsgenehmigung beantragen.
Erweiterungsmöglichkeit: Besteht Interesse, können weitere Anteile übernommen und so die Kontrolle über die Immobilie ausgebaut werden.
Ein Nachteil ist die gemeinsame Entscheidungsfindung. Fragen zu Renovierungen, Vermietungen oder großen Ausgaben müssen abgestimmt werden. Ohne klare Vereinbarungen kann es hier zu Verzögerungen oder Meinungsverschiedenheiten kommen.
Wenn sich die Immobilie in einer Wohnanlage oder einem Mehrfamilienhaus mit mehr als acht Einheiten befindet, greift das türkische Wohnungseigentumsgesetz.
Gemeinschaftseinrichtungen wie Pools, Flure oder Gärten müssen gemeinschaftlich gepflegt werden.
Jährlich findet eine Eigentümerversammlung (AGM) statt, in der Entscheidungen über Finanzen und Instandhaltung getroffen werden.
Jede Einheit hat eine Stimme. Wenn mehrere Personen Anteile an derselben Einheit halten, sollte im Vorfeld festgelegt werden, wer das Stimmrecht ausübt.
Jeder Eigentümer hat grundsätzlich die gleichen Rechte wie ein Alleineigentümer, allerdings eingeschränkt auf seinen Anteil. Dazu zählen:
Recht auf Nutzung entsprechend der Vereinbarung
Möglichkeit, den eigenen Anteil zu verkaufen
Recht, den Anteil zu vererben oder zu übertragen
Beteiligung an Gewinnen aus Vermietung oder Wertsteigerung
Diese Rechte machen Shared Ownership zu einem flexiblen, aber auch rechtlich komplexen Modell.
Wie bei jedem Immobilienkauf in der Türkei fallen bestimmte Kosten an:
Maklerprovision: 2 % vom Käufer und 2 % vom Verkäufer, gesetzlich geregelt
Grunderwerbssteuer (Tapu-Harcı): 4 % des im Grundbuch eingetragenen Kaufpreises
Döner-Sermaye-Gebühr: Zusatzkosten für ausländische Käufer, ca. 500–700 €
Notar und Vollmacht: Rund 300–400 €
Übersetzung und Beglaubigung von Pässen: Etwa 75 € pro Person
Diese Kosten werden entweder anteilig zwischen den Eigentümern aufgeteilt oder individuell getragen, je nach vertraglicher Vereinbarung.
Sorgfältige Partnerwahl: Am besten wird die Immobilie mit Personen erworben, denen man vertraut.
Detaillierte Verträge: Alle Rechte und Pflichten müssen schriftlich festgehalten werden.
Klare Nutzungskalender: Ein gerechter Plan für Urlaubszeiten oder Mietperioden verhindert Konflikte.
Notfallregelungen: Für den Fall von Krankheit, Auszug oder Verkauf eines Anteils sollten klare Lösungen vorgesehen sein.
Professionelle Verwaltung: In manchen Fällen ist es sinnvoll, eine Verwaltungsgesellschaft einzuschalten, die Nutzung und Kosten überwacht.
Dieses Modell eignet sich besonders für:
Familien, die sich ein Ferienhaus teilen möchten
Freunde, die gemeinsam eine Immobilie nutzen wollen
Investoren, die mit geringerer Anfangssumme in den Markt einsteigen möchten
Ausländer, die die Aufenthaltsgenehmigung in der Türkei erlangen möchten
Shared Ownership ist in der Türkei eine attraktive Möglichkeit, den Traum einer eigenen Immobilie zu verwirklichen, ohne die volle finanzielle Last alleine zu tragen. Wer klare Absprachen trifft, rechtlich saubere Verträge aufsetzt und sich mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen vertraut macht, profitiert von einer flexiblen und sicheren Investition.
Besonders in Regionen wie Belek, Antalya oder Alanya bietet dieses Modell große Chancen, da die Nachfrage nach Ferienimmobilien und Golf-Resorts stetig wächst. Mit Shared Ownership wird der Zugang zu diesen Märkten auch für kleinere Budgets möglich.
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